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Kunstaustellung zeigt «Menschliches»
(ale)
12.01.2008, 18:44
Nideggen.
Wen es abseits vom karnevalistischen Geschehen zu einer wertvollen
Kunstausstellung hinzieht, der sollte sich in diesen Tagen auf den Weg
nach Nideggen machen.
Im Dürener Tor werden bis zum 10. Februar insgesamt 14
Exponate gezeigt, die bei der Eröffnung der Ausstellung am Samstag alle
Blicke auf sich zogen und Anlass zu angeregten Diskussionen gaben.
«Menschliches» – zu dieser Thematik lässt sich viel unterschiedliche
Kunst zusammentragen. Gabriele C. Berndt, die Präsidentin des
Europäischen Zentralverbands Bildender Künstler und Literaten, bietet
sieben Männern und sieben Frauen die Gelegenheit, ihre Arbeiten zu
zeigen, es handelt sich um Malerei, Bildhauerei und Fotografie. Sie
stellte die Künstler und ihr Werk kurz vor.
Fragen richtete Dr. Wolfgang Antweiler an das aufmerksame Publikum bei
der Vernissage: Was ist menschlich? Ist unmenschlich das Gegenteil von
menschlich? Viele Philosophen und Dichter haben Antworten gegeben; Dr.
Antweiler hielt es mit Eugen Roth, der reimte, zur Geist-Erhellung gehe
man am besten in eine Malereiausstellung!
Viel Beachtung fand «Zoe», eine schlanke Frauengestalt, die aus einem
Holzstamm heraus wächst. Der Bildhauer Thorsten Sieber hat den
Robinien-Stamm gefunden, der in seiner gebogenen Form bereits diesen
wunderschönen Körper zum Inhalt hatte.
Der Künstler holte ihn heraus, erst im Groben mit der Motorsäge; dann
entstand mit feinerem Werkzeug die wohlgeformte Schönheit – ein sich
nach hinten biegender, elastischer, kraftvoller, athletischer
Frauenkörper. Der wurde dann glatt geschliffen, und fast niemand kann
der Lust widerstehen, ihn anzufassen!
«Gedanken» drückt Cornelia Andrea Rupp mit Rosen aus; ihr Ölgemälde
befasst sich mit Vergangenheit und Zukunft, mit Licht und Schatten. Sie
hat nur Schwarz und Weiß verwendet für ihren weiblichen Akt, ein
blasses, lächelndes Gesicht taucht auf; die Gestalt wagt einen Schritt
nach vorn, eine Rosenranke scheint nach oben zu wachsen. Die ganze
Arbeit – ohne Rahmen und ohne Farbe – hat etwas Schwebendes.
«Gegen das Vergessen» nennt Adalbert van Londen seine Fotografie, die
er auf dem US-Soldatenfriedhof in Henri-Chapelle gemacht hat. Zunächst
sieht der Betrachter ein Meer von weißen Kreuzen im sanften Grün des
Rasens. Dann entdeckt man den Mann in dunkler Kleidung, der etwas in
der Hand hält – eine Rolle, mit der er die Kreuze wieder ganz Weiß
streicht; die Kreuze und das Erinnern wollen gepflegt sein.
Die vielseitige Ausstellung kann man samstags, sonntags und donnerstags zwischen 14 und 18 Uhr besuchen.
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Aachener Nachrichten online.de 12.01.2008
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 Meppener Tagespost 13. 12. 2007
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